{"id":60,"date":"2026-07-06T16:27:33","date_gmt":"2026-07-06T14:27:33","guid":{"rendered":"https:\/\/gefangen.lion-of-judah.net\/?p=60"},"modified":"2026-07-06T18:38:06","modified_gmt":"2026-07-06T16:38:06","slug":"kein-platz-im-haus-fuer-mich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gefangen.lion-of-judah.net\/?p=60","title":{"rendered":"Kein Platz im Haus f\u00fcr mich!"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kein Platz im Haus f\u00fcr mich!<\/h3>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Oder: Die etwas andere Weihnachtsgeschichte<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"368\" height=\"527\" src=\"https:\/\/gefangen.lion-of-judah.net\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/07\/Jauchzet_web.jpg\" alt=\"Kein Platz im Haus f\u00fcr mich!\nOder: Die etwas andere Weihnachtsgeschichte\n\" class=\"wp-image-71\" srcset=\"https:\/\/gefangen.lion-of-judah.net\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/07\/Jauchzet_web.jpg 368w, https:\/\/gefangen.lion-of-judah.net\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2026\/07\/Jauchzet_web-209x300.jpg 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 368px) 100vw, 368px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Den ganzen Tag lief ich schon drau\u00dfen in der Stadt herum. <br>Es ist nicht leicht f\u00fcr einen Zw\u00f6lfj\u00e4hrigen wie mich, der beschlossen hat ohne seine Eltern und auf der Stra\u00dfe zu leben. Schon gar nicht bei Schneegest\u00f6ber. <\/p>\n\n\n\n<p>Und schon ganz und gar nicht an Weihnachten. <br>\u00dcberall glitzert es, \u00fcberall leuchtet es, \u00fcberall duftet es. Der beste Platz an solch einem Tag ist der Weihnachtsmarkt rund um die Stadtkirche: Die Verk\u00e4ufer lassen an Heilig Abend schon mal einen Kakao oder ein Bockw\u00fcrstchen springen wenn man den richtigen, leidenden Blick aufsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher als ich ein noch kleineres Kind war sind wir an Weihnachten \u00f6fter in die Kirche gegangen, besonders an Heilig Abend. Das war immer toll. <br>Aber seit zwei oder drei Jahren sind wir nicht mehr gegangen. <br>Mein Vater sagt er habe keine Lust auf Kirche, es sei ja sowieso an Weihnachten schon immer alles so stressig. Da brauche er sich den Stress nicht auch noch zu geben, f\u00fcr nichts und wieder nichts, wie er sagt. <br>Naja, mir egal, ich geh sowieso nicht mehr nach Hause, die vermissen mich da glaube ich eh gar nicht\u2026<br>Glaubt es mal, was mir vorhin passiert ist, krass: Ich wollte in die Stadtkirche gehen um mich ein wenig aufzuw\u00e4rmen. Au\u00dferdem fand ich es fr\u00fcher immer so sch\u00f6n dort, mit dem Tannenbaum und den ganzen Kerzen, den sch\u00f6nen, fr\u00f6hlichen Liedern und dem Krippenspiel und so. <br>Da steht doch der Pfarrer vor der T\u00fcr, schaut an mir herunter, und wieder hoch und noch mal runter und schiebt mich weg von der Eingangst\u00fcr\u2026<br>&#8222;F\u00fcr so einen schmutzigen Rotzbengel wie dich haben wir heute hier keinen Platz.&#8220;, <br>das waren seine Worte. Und dann schloss er die T\u00fcr vor meiner Nase. Frechheit!<\/p>\n\n\n\n<p>Traurig habe ich mich auf die Treppenstufen vor der T\u00fcr gesetzt und mich gefragt ob es wohl sonst irgendwo noch einen Platz g\u00e4be an dem ich mich jetzt aufw\u00e4rmen k\u00f6nne. <br>Es war echt bitterkalt geworden und das Schneetreiben wurde auch immer schlimmer. <br>Ich starrte auf meine kaputten Schuhe, zog die Beine an mich heran und versuchte mich zu w\u00e4rmen. Aus dem Inneren der Kirche klangen jetzt wie Hohn die ersten T\u00f6ne der Weihnachts-Band: <br>\u201eIhr Kinderlein kommet\u2026oh kommet doch all\u2026zur Krippe ja kommet\u2026in Bethlehems Stall\u2026&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher als der Chor das gesungen hat, gefiel es mir irgendwie besser das Lied. <br>Zu allem Ungl\u00fcck ging nun auch noch das Licht \u00fcber der T\u00fcr der Kirche aus\u2026wahrscheinlich ein sich abschaltender Bewegungsmelder. So sa\u00df ich da wie ein H\u00e4ufchen Elend und fragte mich zum ersten Mal an diesem Tag was ich \u00fcberhaupt an diesem Ort machte, es war doch Weihnachten. <br>Ich kam mir ein wenig vor wie dieses eine M\u00e4dchen in dem M\u00e4rchen, das mir meine Mutti fr\u00fcher mal vorgelesen hat\u2026irgendwas mit Streichh\u00f6lzern und so\u2026mit dem Unterschied, dass ich keine Streichh\u00f6lzer bei mir hatte um mich ein wenig zu w\u00e4rmen, noch nicht mal ein Feuerzeug. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf einmal meinte ich am Himmel hinter den dicken Schneeflocken den Mond sehen zu k\u00f6nnen, doch dann\u2026schien es mir eher wie die Sonne und im gleichen Moment wurde mir ganz warm und leicht innerlich zumute. <br>Ich war echt verwirrt, denn die Sonne geht ja doch eigentlich morgens auf. <br>Ich stand auf und wollte herausfinden woher dieses, immer heller und gem\u00fctlicher werdende, Licht denn wohl k\u00e4me. Ich sah dann direkt \u00fcber einer der Buden an der Kirchenmauer, in der am Mittag noch Gl\u00fchwein verkauft worden war, etwas wie einen hellen Stern funkeln und gl\u00e4nzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich ging erstaunt und ganz vorsichtig etwas n\u00e4her heran. Ich rieb mir die Augen\u2026und auch die Nase. Je n\u00e4her ich kam um so mehr hatte ich das Gef\u00fchl es w\u00fcrde hier nach Pferdemist oder so riechen, aber woher blo\u00df? <br>Es war echt ein wenig gruselig muss ich gestehen, auch wenn ich schon zw\u00f6lf bin und ich mich eigentlich vor nichts f\u00fcrchte. Meine Neugier war aber gr\u00f6\u00dfer als der Gruselfaktor und ich ging n\u00e4her an die Bude heran bis ich erkennen konnte, dass irgendwelche Randalierer wohl die Vorderseite der Bude eingerissen hatte um Stroh und Mist hineinzusch\u00fctten\u2026und einen Esel und ein Schaf hineinzustellen? <br>Nein, das konnte nicht sein. Irgendwie erinnerte mich die Bude auf einmal an die kleine Krippe, die ich fr\u00fcher vorne am Altar der Stadtkirche gesehen hatte und immer so toll fand\u2026nur irgendwie\u2026zehn Mal gr\u00f6\u00dfer!<br>Jetzt musste ich mir meine Augen nochmals reiben, denn ich meinte dort tats\u00e4chlich einen Mann und eine Frau an einer Krippe knien zu sehen. Und das Licht von dem was mir wie ein Stern erschien, fiel genau in diese Krippe hinein und wurde immer heller und heller! <\/p>\n\n\n\n<p>Absch\u00e4tzend stand ich nun da, und dann tat ich das, was wohl jeder vern\u00fcnftige Junge in solch einer Situation getan h\u00e4tte, die ihn v\u00f6llig \u00fcberforderte: Ich r\u00e4usperte mich, nahm allen Mut zusammen und fragte: \u201eHallo? Ist da jemand?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wurde es wirklich merkw\u00fcrdig, denn ich hatte das Gef\u00fchl, dass mich etwas wie eine warme Hand von hinten n\u00e4her an die Krippe schieben w\u00fcrde. Ich sp\u00fcrte eine Stimme um mich herum, die zu mir sprach und es war die herrlichste und herzlichste Stimme, die ich je geh\u00f6rt hatte. Sie sagte zu mir: <br>\u201eSchalom, mein geliebter Junge! Ist f\u00fcr dich auch kein Platz mehr in der Kirche?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Entgegen deiner Vermutung wurde ich nicht panisch, ich hatte auch keine Angst mehr und verwirrt war ich irgendwie schon noch aber irgendwie auch nicht mehr. Ich sp\u00fcrte so viel Frieden und Freude in mir, wie ich es noch nie in meinem Leben erlebt hatte. <br>Meine sonst etwas vorlaute Art hatte ich aber noch nicht wiedergefunden und so stotterte etwas in der Art wie: \u201eWas\u2026\u00e4h\u2026wie\u2026\u00e4h wer\u2026bist du der\u2026\u00e4h sind Sie der, dieser\u2026?&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Und die gleiche liebevolle Stimme sprach wieder zu mir: <br>\u201eF\u00fcrchte dich nicht! Ich bin es, Jesus Christus, der Sohn des allm\u00e4chtigen Gottes. <br>Ich kam zu euch Menschen auf diese Welt um euch von euren S\u00fcnden zu befreien.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Trotz alles Verwirrung und Erstauntheit, trotz Ungewissheit und Fragezeichen im Gesicht bekam ich Einsicht und konnte irgendwie doch einen klaren Gedanken fassen und ich fragte:&#8220; Jesus? Aber m\u00fcsstest du denn jetzt nicht in dieser Kirche da drin sein, es ist doch Weihnachten!!!&#8220; <br>Die Antwort kam nun mit einiger Verz\u00f6gerung und in dieser friedvollen, herrlichen Stimme lag auf einmal etwas Traurigkeit, keine Verbitterung, aber Traurigkeit:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220; Wei\u00dft du mein geliebter Junge, es ist heute wieder fast so wie vor 2000 Weltjahren. Damals kam ich in meine Welt, ich kam in mein Eigentum, aber die Welt hat mich nicht aufgenommen. <br>Ich kam als Licht in das Dunkel, aber die Menschen wollten lieber im Dunklen bleiben.<br>Heutzutage stellen die Menschen so viele Dinge neu in den Mittelpunkt ihres Lebens und den Mittelpunkt der Feiern, die sie angeben f\u00fcr mich zu feiern, dass ich selber einfach gar keinen Platz mehr dabei in ihren Herzen habe\u2026\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ich erschrak sehr \u00fcber die Worte, die die Stimme Jesu zu mir sprach und blieb wortlos vor der Krippe stehen!<br>\u201eKomm,\u201c sagte die Stimme nun zu mir, \u201ewir wollen zusammen hineingehen und ich will dir gerne erkl\u00e4ren was ich dir eben sagte.\u201c <br>Auf einmal f\u00fchlte ich wieder die Hand auf meiner linken Schulter ruhen, die mich vorhin schon zu der Krippe geschoben hatte und meine innere Ruhe und der Friede in mir wurde noch gr\u00f6\u00dfer als vorher. Ich f\u00fchlte mich so leicht, schon fast als w\u00fcrde ich schweben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Mal stand ich im Mittelgang der Kirche. Ich sah die Band vorne neben dem Altar spielen, dort wo sonst die Krippe aufgebaut war. Ich sah die Band spielen, aber in meinen Ohren h\u00f6rte ich eher etwas wie einen leisen Engelschor. Die Leute in den Sitzreihen schauten teilweise auf den Fu\u00dfboden, die, die aber gespannt nach vorne schauten wippten teilweise sehr energisch mit ihren K\u00f6pfen. Mich hingegen schien keiner zu beachten, ich bin mir nicht mal sicher ob mich die Leute \u00fcberhaupt sehen konnten. <\/p>\n\n\n\n<p>Nun sprach die Stimme, die ich ja als die herzliche Stimme des Jesus Christus identifiziert hatte, wieder zu mir: \u201eSchau mein lieber Junge, ich will dir jetzt die Herzen der Menschen zeigen, damit du sie erkennen kannst.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Ich fragte mich, was das wohl bedeuten k\u00f6nne, aber ich begriff sehr schnell als ich mich weiter umsah. Wenn ich meine Aufmerksamkeit auf eine Person lenkte war es mir so als k\u00f6nne ich in ihr Inneres schauen, das sehen, was ihre Herzen bewegte und f\u00f6rmlich h\u00f6ren was ihre Gedanken dachten. <\/p>\n\n\n\n<p>Da war ein Mann, der vielleicht so alt war wie mein Vater war, auf dem blieben meine Augen h\u00e4ngen und ich schaute in sein Herz und ich sah seine Gedanken: <br>\u201eOh man, dass ich mir das jedes Jahr aufs Neue geben muss hier mit der Kirche, hoffentlich ist dieser Zirkus bald um. Zuhause k\u00f6nnte ich mir jetzt schon einen Shot Whiskey g\u00f6nnen, den ich mir nachher selber schenken werde\u2026&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich sah neben ihm eine Frau sitzen und sah in ihr Herz. <br>\u201eDer Himmel gebe, dass Heinz sich nicht nachher wieder selber Whiskey schenkt. Ich hasse es wenn er trinkt, er wird doch wieder nur aggressiv\u2026aber mich vorher in diesen elenden Gottesdienst schleppen, dieser Heuchler!&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Ich sp\u00fcrte Trauer in mir aufsteigen. Mein Blick schweifte schwerm\u00fctig weiter umher und blieb an einem kleinen Jungen h\u00e4ngen, der seinen Kopf leicht schief hielt. Ich sah sein Herz an und es dachte: <br>\u201eNaja, die Band ist ja noch ganz cool, aber ich fands irgendwie noch cooler als wir hier zu Halloween den Harry- Potter-Gottesdienst gefeiert haben. Das war wenigstens realistischer als diese Geschichte, die sie da heute bringen.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Harry Potter? Gottesdienst? Ein komisches Gef\u00fchl kam in mir auf. War das wahr? Was hatte denn bitte Harry Potter in der Kirche zu suchen? I<\/p>\n\n\n\n<p>n der hintersten Reihe sa\u00df ganz in die Ecke gedr\u00e4ngt eine alte Dame, noch \u00e4lter als meine Gro\u00dfmutter. Sie hatte den Kopf gesenkt und die H\u00e4nde gefaltet als w\u00fcrde sie beten, doch ich sah in ihr Herz und sah dunkle, anklagende Gedanken: <br>\u201cJesus, geboren; Friede, wo denn? Meinen Mann hast du mir im Krieg genommen und mich mit meinen Kindern alleine gelassen. Und dumm wie ich bin gehe ich noch jede Woche in die Kirche obwohl ich schon lange nicht mehr an einen liebenden Gott glaube. <br>Nicht mal meine Kinder kommen mit den Enkeln zu Weihnachten zu mir, keiner sieht mich, wo ist denn diese Liebe?&#8220; <br>Ich sah eine Tr\u00e4ne \u00fcber ihre Wange laufen und auch in mir stiegen Tr\u00e4nen hoch, weil ich so viel Bitterkeit in ihren Gedanken sp\u00fcrte, so viel Anklage sp\u00fcrte\u2026und ich selber f\u00fchlte mich machtlos.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Moment h\u00f6rte ich vom Altar her ein R\u00e4uspern. <br>Der Pastor der Kirche war wohl auf die Kanzel gestiegen. Ich schaute nach vorne zum ihm und sah sein Herz und es durchdrang mich im gleichen Moment ein kalter Schauer! <br>Das Herz sprach: \u201eJetzt aber schnell! Gut, dass ich die Predigt auf zehn Minuten zusammenstreichen konnte, ist ja sowieso jedes Jahr das Gleiche und die Leute wollen zu ihren Braten und ich muss ja auch noch zwei weitere Gottesdienste heute halten. <\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte ich vor meinem Studium gewusst, dass Weihnachten so stressig wird\u2026naja und dabei ist es ja wissenschaftlich nicht mal bewiesen, dass das alles geschehen ist was in der Bibel steht, schlie\u00dflich ist es nur ein Buch das von Menschen geschrieben wurde und Menschen machen Fehler. Es ist schon absurd von einer Jungfrauengeburt zu erz\u00e4hlen wo doch das Wort f\u00fcr Jungfrau auch junge Frau\u2039 \u00fcbersetzt werden kann. Aber Augen zu und durch, alles f\u00fcr das gute Gef\u00fchl in der kalten Jahreszeit, gelobt sei Gott.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>War das wirklich, das was der Pastor in seinem Herzen trug? <br>Ich meine, ich bin erst zw\u00f6lf Jahre alt, aber ich hatte kapiert, dass Jesus Christus wahr ist, dass er von der Jungfrau Maria geboren wurde\u2026schlie\u00dflich hatte er es mir ja eben noch best\u00e4tigt. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesem Erlebnis schloss ich meine Augen, ich wollte keine weiteren Herzen mehr sehen und erfahren was diese Herzen denken. Mir liefen die Tr\u00e4nen die Wange herunter.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist gut mein geliebter Junge, dass du siehst was die Herzen denken.&#8220; <br>Ich h\u00f6rte bei geschlossenen Augen wieder die Stimme, diese herzliche warme Stimme, ich h\u00f6rte noch immer die Trauer darin, aber es war eine warmherzige Trauer, sowas wie eine verstehende Trauer. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Liebe unter den Menschen erkaltet, aber vor allem wenden sie sich immer weiter ab von mir, ihrem sie liebenden Gott. Das macht mich so unendlich traurig, weil ich alle Menschen gleicherma\u00dfen liebe und immer lieben werde. <br>Die Menschen wollen aber leider nicht mehr viel von mir wissen, sie bauen auf ihre eigenen F\u00e4higkeiten, glauben nicht mehr daran, dass es einen Sch\u00f6pfergott gibt, vertrauen nur noch der Wissenschaft. <br>Mein Junge, ich wusste schon vor Grundlegung der Erde, dass dieses passieren w\u00fcrde und glaube mir, was du gesehen hast ist nichts im Gegensatz zu dem was ich jeden Tag in den Herzen der Menschen sehe.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Wieder umfing mich eine wohlige W\u00e4rme w\u00e4hrend die Stimme sprach und es f\u00fchlte sich um mich herum ganz hell an, obwohl ich die Augen geschlossen hatte konnte ich das merken. Ich \u00f6ffnete leicht meine Augen und fand mich im v\u00f6lligen Dunkel wieder; nur ein warmes helles Licht war wie auf ein Spotlight auf mich gerichtet. Es f\u00fchlte sich so an als sei ich noch in der Kirche, ich konnte die Leute auf den Sitzb\u00e4nken nicht mehr sehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Da tauchte vor mir pl\u00f6tzlich und wie aus dem Nichts ein Spiegel auf und ich sah mein eigenes Spiegelbild, allerdings in sauberer Kleidung, mit nagelneuen Schuhen an den F\u00fc\u00dfen und frisch frisiert. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNun aber zu dir mein geliebtes Kind,\u201c h\u00f6rte ich Jesu Stimme, immer noch gleicherma\u00dfen warmherzig wie zuvor, zu mir sagen. Ich ahnte was jetzt kommen w\u00fcrde. <br>\u201eNun schau in dein eigenes Herz und sag mir was du siehst!\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ich schaute widerwillig zum Spiegel hin, ich hatte das Gef\u00fchl mich gar nicht wehren zu k\u00f6nnen\u2026ich musste hinschauen. <br>Und ich sah mein Herz! Mir kam kein Wort \u00fcber die Lippen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein mein geliebtes Kind, du musst mir nicht sagen was du siehst, ich wei\u00df es ja alles schon, aber ich will dir sagen was du siehst.&#8220;<br>Ich hatte das Gef\u00fchl als w\u00fcrden mich durchdringende Augen anschauen, so durchdringend wie die meines Vaters wenn er mir Vorw\u00fcrfe machte wegen den schlechten Noten oder dem kaputten Handy, nur dass die Augen die mich jetzt durchdrangen sich liebevoll und barmherzig anf\u00fchlten. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein geliebtes Kind, wei\u00dft du warum dein Vater keine Lust mehr hat mit dir in die Kirche zu gehen am Heiligen Abend? <br>Er ist kaputt von dem vorweihnachtlichen Stress\u2026den du ihm machst! <br>Hast du mal einen Blick auf deinen Wunschzettel geworfen? <br>Ich lag damals in einer Futterkrippe und du m\u00f6chtest an meinem Geburtstag am liebsten die ganze Welt geschenkt bekommen. <br>Dein Vater arbeitet hart und versucht dir jeden Wunsch zu erf\u00fcllen, nur leider ist er nach der Arbeit und seinen Einkaufstouren f\u00fcr dich, und nebenbei gesagt auch f\u00fcr deine Mutter, so geschafft, dass er sich nur noch ausruhen m\u00f6chte. <\/p>\n\n\n\n<p>Wann hast du deinen Eltern zuletzt angeboten bei den Vorbereitungen f\u00fcr das Fest zu helfen? <br>Wann bist du das letzte Mal den Aufforderungen deiner Eltern nachgekommen wenigstens dein Zimmer aufzur\u00e4umen oder mit dem Hund Gassi zu gehen? <br>Schau dich an im Spiegel: Es fehlt dir an nichts, und du bist nicht bereit deinen Teil daf\u00fcr zu tun, sondern haust lieber einen Tag vor Weihnachten ab aus deinem Elternhaus um\u2026um eigentlich was genau zu machen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich verstand die Situation nicht mehr, so gar nicht\u2026ich sah in mein Herz und war entsetzt. Ich f\u00fchlte mich in der Gegenwart Jesu Stimme wohl beh\u00fctet, warmgehalten, von seiner Liebe umgeben. Und doch\u2026ja, ich glaube er hielt mir eine Standpauke. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann dir gar nicht mehr ganz genau wiedergeben was er alles gesagt hat aber es ersch\u00fctterte mich im Mark und Bein und war doch andererseits so liebevoll\u2026 <br>Die Standpauke hielt er mir zu Recht, das sah ich ein und in dem Augenblick kam der innige Wunsch in mir auf zu meinen Eltern zu laufen und sie um Verzeihung zu bitten f\u00fcr alles was ich unterlassen habe ihnen Gutes zu tun und zu helfen. <\/p>\n\n\n\n<p>In der Sonntagschule hat die Tante Katja mal erz\u00e4hlt, dass in den Zehn Geboten steht: <br>Du sollst Vater und Mutter ehren\u2026 Das hatte ich wohl vergessen. <br>Ein tiefes, tiefes Schuldgef\u00fchl kam in mir hoch und ich schaute mich verzweifelt um. <br>Jetzt war der Spiegel nicht mehr da und im n\u00e4chsten Augenblick ging auch das Licht, das mich eben noch beschien aus. Die wohlige W\u00e4rme allerdings blieb. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich sp\u00fcrte, dass mir etwas in die H\u00e4nde gegeben wurde, in jede Hand ein Gegenstand und pl\u00f6tzlich erschienen in jeder meiner H\u00e4nde, die ich nun ausgestreckt vor mich hielt ein Lichtlein, wie von einer Kerze und als ich mich wieder an den Lichtschein gew\u00f6hnt hatte sah ich, dass es tats\u00e4chlich Kerzen waren in meinen H\u00e4nden, jeweils ein, ganz wundervolle duftende Kerzen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein geliebtes Kind, es ist gut, dass du wieder nach Hause m\u00f6chtest. <br>Es ist gut, dass du in deinem Herzen die Verfehlungen gesehen hast und sie bereust. <br>Es ist aber auch sehr gut, dass du dich an Weihnachten an die Krippe in deiner Stadtkirche erinnert hast, die als Symbol f\u00fcr meine Menschwerdung dient. <br>Es ist gut und wundersch\u00f6n, dass wir beiden uns endlich mal pers\u00f6nlich begegnet sind.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Die warme und zart durchdringende Stimme Jesu hatte jetzt etwas richtig Feierliches! <br>\u201eIch bin daf\u00fcr, dass du jetzt wieder nach Hause gehst, zu deinen Eltern und es besser machst als du es vorher gemacht hast. M\u00f6chtest du mir das heute versprechen, du, mein von Herzen und ewiglich geliebtes Kind?&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Oh nichts lieber als das wollte ich dem Herrn Jesus versprechen. <br>Diese Begegnung hatte mir gezeigt wie bed\u00fcrftig ich doch eigentlich war und wie wenig erwachsen ich bin mit meinen zw\u00f6lf Jahren. <br>Und noch bevor ich Jesus ein freudiges &gt;Ja&lt; entgegenschmettern konnte merkte ich etwas wie einen Kuss auf meiner Stirn und h\u00f6rte jetzt nur noch wie ein leises S\u00e4useln diese wunderbare Stimme: <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMach es gut mein kleiner Strolch. Ich liebe dich und werde dich niemals verlassen, und auch wenn du mich nicht mehr laut mit dir reden h\u00f6ren wirst darfst du wissen, ich m\u00f6chte immer bei dir sein, ich bin immer bei dir, wenn du mich l\u00e4sst.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Moment zog etwas ganz massiv an mir und ich wurde von dem Ort wo ich war weggezogen, noch immer den Geruch der brennenden Kerzen in meiner Hand in der Nase. Als ich aufwachte lag ich auf meinem Bett, in nagelneuer Kleidung, frisch und sauber und frisiert f\u00fchlte ich mich und ich h\u00f6rte das Klopfen an meiner Kinderzimmert\u00fcr immer energischer werden.<br>\u201eAaron,\u201c h\u00f6rte ich meine Mutter rufen, \u201ebist du schon wieder eingeschlafen? <br>Wir wollten doch gleich los in die Kirche zum Heilig Abend-Gottesdienst. <br>Du wei\u00dft wieviel M\u00fche ich hatte Papa zu \u00fcberreden, dass wir dieses Jahr mal wieder hingehen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ich sprang auf, noch etwas orientierungslos\u2026war es alles nur ein Traum gewesen? Komischerweise hatte ich immer noch den Geruch der brennenden Kerzen in der Nase und als ich mich schlaftrunken umschaute sah ich auf meinem Schreibtisch zwei nagelneue Kerzen stehen. <br>Eine mit der Aufschrift: \u203a Frohe Weihnachten meine geliebte Mutter und die andere mit der Aufschrift \u203aF\u00fcr meinen geliebten Weihnachts-Grinch-Dad\u2039. <\/p>\n\n\n\n<p>Verdutzt schaute ich mich nochmals in meinem Zimmer um, aber alles andere schien so wie ich es kannte. Da sp\u00fcrte ich ein ganz sanftes Schieben an meinem R\u00fccken, das mich zu meiner Zimmert\u00fcr hinschob und ein wohliges Gef\u00fchl durchzog mich von oben bis unten. <br>Ich fing an zu lachen und rief: \u201eIch komme schon Mama, ich komme schon, und ich muss euch etwas ganz Tolles erz\u00e4hlen, das werdet ihr mir nie im Leben glauben was ich eben erlebt habe\u2026&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich meiner verdutzen Mutter die Weihnachtskerzen in die Hand gedr\u00fcckt hatte und meinem noch verdutzteren Vater einen Kuss auf die Wange gedr\u00fcckt hatte, den M\u00fcll runtergebracht und mit dem Hund eine besondere Runde gedreht hatte gingen wir doch tats\u00e4chlich das erste Mal seit Jahren wieder an Heilig Abend mit der ganzen Familie in die Kirche. <\/p>\n\n\n\n<p>Und glaube mir, an dem Abend habe ich mir die Leute ganz besonders angeschaut und allen, die ich getroffen habe, ein lautstarkes und \u00fcberaus fr\u00f6hliches \u201eGesegnete Weihnachten. &#8222;gew\u00fcnscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Gleiche w\u00fcnsche ich dir auch!<\/p>\n\n\n\n<p>Was auch war, was auch ist, Jesus Christus ist f\u00fcr uns in diese, seine, Welt gekommen.<br><strong>Er ist Mensch geworden um uns mit Gott vers\u00f6hnen zu k\u00f6nnen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gepriesen sei der ewige Gott, der uns an seiner Liebe Tag f\u00fcr Tag teilhaben lassen will, nicht nur an Weihnachten&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Platz im Haus f\u00fcr mich! Oder: Die etwas andere Weihnachtsgeschichte Den ganzen Tag lief ich schon drau\u00dfen in der Stadt herum. Es ist nicht leicht f\u00fcr einen Zw\u00f6lfj\u00e4hrigen wie mich, der beschlossen hat ohne seine Eltern und auf der Stra\u00dfe zu leben. Schon gar nicht bei Schneegest\u00f6ber. 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