{"id":93,"date":"2026-07-06T19:10:55","date_gmt":"2026-07-06T17:10:55","guid":{"rendered":"https:\/\/gefangen.lion-of-judah.net\/?p=93"},"modified":"2026-07-06T19:10:56","modified_gmt":"2026-07-06T17:10:56","slug":"schawuot-pfingsten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gefangen.lion-of-judah.net\/?p=93","title":{"rendered":"Schawuot &#8211; Pfingsten"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Schawuot 1 n.d. Himmelfahrt Christi<\/h1>\n\n\n\n<p>Ich erwachte aus einem leichten, unruhigen Schlaf. Ein nicht einzuordnendes Gef\u00fchl war noch in mir, etwas zwischen Vorahnung und einem \u201egeh\u00f6rten Fl\u00fcstern: \u201cNicht mehr fern, der erste Strahl der Sonne, bald schon besiegt ist die Nacht. Der Geist des Heiligen schwebt in der Welt; durch einen feinen Schleier absoluter Ruhe, jenseits von Sehen, H\u00f6ren und Schmecken gibt er eine Ahnung des v\u00f6llig Anderen, des unfassbar Unbegreiflichen.\u201c<br>Obwohl wir seit einigen Wochen hier im Obergemacht lebten und schliefen, dort wo auch unser Herr Jesus Christus mit uns das Passah feierte, hatten wir uns noch nicht so recht an die morgendliche Unruhe in den Gassen Jerusalems gew\u00f6hnt, aber an diesem Tag war es doch noch einmal anders. An Schlaf, an richtigen Schlaf, war sowieso seit Wochen nicht mehr zu denken. Es war Schawuot, das sogenannte Wochenfest, 50 Tage nach dem gro\u00dfen Sabbat nach Passah. Es ist eines der drei gro\u00dfen Wallfahrtsfeste der Juden, zu denen auch ich geh\u00f6re, an dem jeder m\u00e4nnliche Jude verpflichtet war zum Tempel nach Jerusalem zu pilgern. Nachdem die Menschenmengen nach Passah gerade die Stadt zum Gro\u00dfteil wieder verlassen hatten str\u00f6mten sie nun schon seit Tagen wieder in die Stadt.<br>Mein Name ist \u00fcbrigens Kelita. Nein, eigentlich hei\u00dfe ich Harif, aber alle nennen mich Kelita. Harif bedeutet,,Fr\u00fchgeborener&#8220;- dabei bin ich angeblich nur drei Wehen vor meinem j\u00fcngeren Zwillingsbruder Thomas geboren, aber so recht wei\u00df das keiner, weil eigentlich wei\u00df auch keiner so genau\u2026 ach lassen wir das, es tut nichts zur Sache. Mein Bruder also nannte mich seit wir als Kinder einmal nebeneinander an einem Berghang standen, er auf einem Stein und ich hangabw\u00e4rts von ihm, \u201eZwerg&#8220;, also: Kelita, obwohl ich eigentlich fast einen ganzen Fingerbreit gr\u00f6\u00dfer bin als er. Thomas ist sonst eher zur\u00fcckhaltend, manchmal sch\u00fcchtern, fast verzagend, w\u00e4hrend Freunde behaupten ich selbst sei eher k\u00fchn.<br>Thomas jedoch wurde vor etwas mehr als drei Jahren in den \u201einneren Kreis\u201c der J\u00fcnger des Wanderpredigers Jesus von Nazareth berufen, ich hingegen zog zwar auch immer mit ihnen mit, blieb aber immer im Hintergrund. Jesus ist aber auch eigentlich der von dem ich euch erz\u00e4hlen m\u00f6chte, nicht von mir oder Thomas. Vielmehr m\u00f6chte ich euch mit meinen Worten wiedergeben was nach der Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn Jesus passierte. Das kann ich nat\u00fcrlich nur im Ansatz, denn vieles von dem Erlebten kann ein Mensch gar nicht in Worte fassen. Ich w\u00fcnschte ihr w\u00e4ret seinerzeit hier bei uns gewesen, es war so unaussprechlich fantastisch! Wenn ich es nicht selber erlebt h\u00e4tte k\u00f6nnte ich es auch nicht glauben.<\/p>\n\n\n\n<p>Himmelfahrt? Was ich damit meine? <br>Nein, keine Kamikazeaktion der Zeloten [*Zeloten wollten die r\u00f6mische Herrschaft mit Gewalt beseitigen. Simon, einer der J\u00fcnger wurde \u201eZelot\u201c genannt] unter uns J\u00fcngern. Jesus hatte es uns alles anhand der Thora, dem Gesetzbuch der Juden, erkl\u00e4rt: Er w\u00fcrde f\u00fcr eine Weile zur\u00fcck zu seinem Vater im Himmel gehen um uns eine St\u00e4tte vorzubereiten, damit wir, die wir an ihn als den verhei\u00dfenen Messias, den Erl\u00f6ser, glauben, auch zu ihm kommen k\u00f6nnten. Und als wir 40 Tage nach der Wiederauferstehung Jesu mit ihm auf dem \u00d6lberg waren sprach er davon uns einen anderen Sachwalter zu senden, der ewig mit uns sein w\u00fcrde, den Heiligen Geist Gottes. Er ermahnte uns zudem in alle Welt zu gehen &#8211; hat man denn sowas schon geh\u00f6rt, in alle Welt\u2026-, um sein Evangelium der Errettung aus Gnade zu verk\u00fcnden. Dann wurde er auf wundersame Weise vor unseren Augen von etwas wie Wolken fortgenommen, weggetragen. Damals wussten wir dann aber endlich was zu tun war, denn nach der Kreuzigung und dem Tode Jesu waren wir ein wenig wie Schafe ohne Hirten, alle irrten herum, waren \u00e4ngstlich und unentschlossen.<br>Wir gingen nun zur\u00fcck in die Stadt Jerusalem und blieben dort, wie Jesus es uns aufgetragen hatte und warteten darauf von der Kraft aus der H\u00f6he angetan zu werden, was auch immer das bedeuten konnte. Wann das sein sollte wusste nat\u00fcrlich keiner so genau. Das war vielleicht auch ein Grund daf\u00fcr warum viele von uns nicht so recht schlafen konnten, keiner wollte diesen Augenblick verschlafen.<br><br>Es war also der erste Tag der Woche als ich morgens aus dem unruhigen Schlaf erwachte. Sieben Wochen und sieben Sabbate nach Passah. Eine k\u00fchle Brise zog durch das Obergemach, gefolgt von den leckeren Ger\u00fcchen aus den B\u00e4ckereien in den Gassen. Schon die ganzen letzten Tage schienen die B\u00e4cker der Stadt nur noch eines zu backen, n\u00e4mlich K\u00e4sek\u00fcchlein! Das sind mit Honig gew\u00fcrzte, handtellergro\u00dfe, auf einem Boden aus Feinmehl gebackene K\u00fcchlein aus einem Milchprodukt, das wir hier in Israel einfach \u201eQuark\u201c nennen. Manche tun auch etwas Orangenabrieb oder gar Rosinen hinein, aber das d\u00fcrfte in euren Augen abwegig sein wie ich mir denken kann. Ihr m\u00fcsst wissen: Schawuot wird auch ,,Matan Tora&#8220;, das Fest zur Gabe der Thora, also der Gesetzestafeln, genannt, weil einige Schriftkenner wissen wollen, dass an diesem Tag Mose die Gesetzestafeln auf dem Berg Sinai aus den H\u00e4nden Gottes selber erhielt. Unter den Juden hei\u00dft es eben auch, dass das Gesetz sei wie Milch und Honig, deswegen die K\u00fcchlein. Ich dachte immer Gott h\u00e4tte gesagt, dass das Land Israel selber sei wie ein Land in dem Milch und Honig flie\u00dft\u2026..verwirrend. Ja, und weil wir Juden nicht Juden w\u00e4ren, wenn wir nicht f\u00fcr alles ein zus\u00e4tzliches Gebot erstellen w\u00fcrden so gibt es auch f\u00fcr Schawuot beziehungsweise Matan Tora dieses, allerdings ungeschriebene und eher lustig gemeinte, Gebot, dass jeder Israeli, sei er jung oder alt, mindestens 5 K\u00e4sek\u00fcchlein essen muss. F\u00fcnf ist die Zahl die die Gnade Gottes symbolisiert. Eine weitere Besonderheit konnte man schon einigen Tagen vermehrt in den Gassen Jerusalems sehen: Die Leute schm\u00fcckten ihre H\u00e4userfronten, besonders die der Synagogen, mit Blumen und Laub. Zum einen ist das ein Zeichen des Dankes an Gott f\u00fcr die Ernte, denn Schawuot ist Schawuot ja ein Erntefest. Zum anderen stehen Blumen und Laub f\u00fcr die Tatsache, dass wir in der Thora den \u201eBaum des Lebens&#8220; sehen.<br>Jesus, um mal wieder auf das wunderbare Thema zur\u00fcckzukommen<br>weswegen ich euch das alles erz\u00e4hle, sagte ja, dass wir in der Stadt sollten bis wir den Heiligen Geist, den Geist Gottes oder wie andere auch sagen: den ewigen Geist, empfangen h\u00e4tten. Ich war damals etwas verwundert, denn ich war ja auch dabei als Jesus der auferstandene Herr uns das erste Mal im Obergemach erschien. Damals hauchte er uns an und sprach zu uns: \u201cEmpfangt den Heiligen Geist.\u201c Das war als w\u00fcrde ein lauer Fr\u00fchlingswind durch den Raum streifen, ich hatte G\u00e4nsehaut am ganzen K\u00f6rper. Es roch nach Aloe und Myrrhe mit einer leichten Zimtnote, auf der anderen Seite war es frisch und klar und irgendwie\u2026mysteri\u00f6s \u00fcbernat\u00fcrlich. Ich, und auch die 50-60 anderen anwesenden J\u00fcnger berichteten es, f\u00fchlte mich so wach\u2026\u2026\u2026, so\u2026aufnahmebereit, als habe mir etwas die Sinne gesch\u00e4rft; alle M\u00fcdigkeit, auch alle Angst und aller Zweifel war verflogen. Wegen dieses Erlebnisses fragte ich mich eben auf was f\u00fcr einen Geist wir wohl noch warten sollten, wenn doch Jesus uns schon den Heiligen Geist eingehaucht hatte. Ganz und gar verstehe ich es auch heute noch nicht, aber es w\u00e4re auch alles wenig g\u00f6ttlich, wenn ich einfacher Schreiberling Gottes Werke verstehen k\u00f6nnte. Aber nach und nach bekam ich \u00fcber die Jahre noch einige Mosaiksteine zu dem verschwommenen Bild hinzu.<br>Als ich nun aus meinem unruhigen Schlaf an dem 1. Schawuot nach Christi Himmelfahrt dort in dem Obergemach erwachte hatte ich das Gef\u00fchl, die Vorahnung, dass irgendetwas an diesem Schawuot geschehen k\u00f6nnte. Das Obergemach, das uns Omar Schelumiel, den alle nur \u201eder Redselige\u201c nannten (denn hier war der Name Programm), freundlicherweise seit dem Passahfest zur Verf\u00fcgung stellte, war von der Nachtruhe her schon gut mit Menschen, mit etwa 40 J\u00fcngern gef\u00fcllt, welche auch nach und nach erwachten und neugierig ihre K\u00f6pfe unter ihren M\u00e4nteln hervorstreckten. Es schien mir fast als w\u00e4re ich nicht der einzige an diesem Morgen mit einer gewissen Vorahnung. Was Omar und seine Freiheit uns das Obergemach zur Verf\u00fcgung zu stellen angeht kann ich nur sagen was ich so geh\u00f6rt habe: da war einerseits seine nicht allzu heimliche Liebe zu unserem Herrn Jesus und auch irgendein verwandtschaftliches Verh\u00e4ltnis zu Josef Ben Jakob, dem Ziehvater des Herrn, was eine Rolle spielte.<br>Ich wei\u00df nicht wie ihr euch dieses Obergemach von Omar Schelumiel eigentlich vorstellt beziehungsweise bisher vorgestellt habt. Wahrscheinlich denkt ihr an einen mittelgro\u00dfen Raum mit einem Tisch in der Mitte und einigen Liegen drumherum. Dem war aber nicht so; Tische und Liegen wurden eigentlich nur auf Wunsch aufgestellt, also wenn notwendig. Ansonsten fanden in dem Saal, stehend oder auf dem Boden sitzend, bis zu 120 Leute Platz. Und ich kann euch sagen, bei unseren abendlichen Lobpreisungen und Thoralesungen und Gebetsversammlungen zu Ehren des Herrn Jesus, war der Raum oft \u00fcbervoll. Seitdem wir uns nicht mehr versteckten trauten sich immer mehr Menschen zu uns, auch um die J\u00fcnger des Inneren Kreises\u201c nach Jesus und seiner Lehre zu befragen. So war ich nicht sonderlich erstaunt, dass sich an diesem ersten Tag der Woche schon um die erste Stunde des Morgens (das ist sieben Uhr nach r\u00f6mischer Zeitrechnung) bekannte Gesichter, leidenschaftliche Nachfolger des Herrn Jesus, zur eintr\u00e4chtigen Gemeinschaft zusammenfanden. Es war bekannt geworden, dass wir uns genau an dem ersten Tag der Woche zum Brechen des Brotes und Lobpreis und Anbetung zusammenfanden, an dem Tag an dem Jesus Christus von den Toten auferstand. Vielleicht kennt ihr den Tag besser unter der r\u00f6mischen Bezeichnung \u201eTag der Sonne\u201c. Ich war so froh viele von unseren Geschwistern im Glauben zu sehen. Alle hatten diese strahlenden Augen, die Herrlichkeit unseres Sch\u00f6pfers schien aus ihnen herausbrechen zu wollen. Da waren Hymen\u00e4us, Juda, Sered, Sia, Tertius, Maria-die Frau des Alph\u00e4us-, Salome, Baruch, Schefa-der Kahle, nat\u00fcrlich auch Lukas der Arzt, Mirjam, Maria-die Mutter des Herrn, sein Bruder Jakobus und und und und und und.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sich der Raum f\u00fcllte war immer Eintracht und Freude greifbar. Jeder brachte, so wie er konnte, etwas an Speisen mit, f\u00fcr das gemeinsame Essen im Anschluss an den Gottesdienst, Petrus hatte mehrere Laibe frisches Brot besorgt und Johannes hatte es sich mal wieder nicht nehmen lassen den Wein in frischen Schl\u00e4uchen zu besorgen-beides f\u00fcr das Herrenmahl. Es war ein buntes Treiben, da war der Sklave wie der Arzt, die Magd, der inkognito laufende r\u00f6mische Soldat mit seiner israelischen Frau, alle Rassen und Klassen miteinander, vereint unter einem Dach.<br>Gerade r\u00e4usperte sich Petrus, der mit den anderen J\u00fcngern des inneren Kreises an der Kopfseite des Saales Stellung bezogen hatte um nach guter j\u00fcdischer Sitte sicherlich zuerst aus dem Buch Ruth vorzulesen und die ersten K\u00f6pfe wandten sich zu ihnen, das Gemurmel versandete nach und nach\u2026.da erhob sich pl\u00f6tzlich ein Brausen vom Himmel, wie von einem gewaltigen Wind, drang durch die offenen Fenster in das ganze Haus des Omar Schelumiel. Dieser Wind war wirklich durchdringend und das meine ich ganz wortw\u00f6rtlich. Er drang durch die Anwesenden und zwar nicht wie ein kalter, nasser Herbstwind sondern es erinnerte mich an das Anhauchen unseres Herrn Jesus, nur viel, viel intensiver, noch erfrischender. Jede Pore des K\u00f6rpers fing an zu kribbeln, alles wurde warm, dann wieder frisch und wieder warm. Das musste die Erf\u00fcllung, die Taufe mit dem Heiligen Geist sein, die Jesus angek\u00fcndigt hatte. Ich sah, und so muss es wohl auch bei mir selber gewesen sein, dass sich etwas wie Zungen, zerteilt wie durch Feuer, auf die versammelte Gemeinschaft niederlie\u00df, auf jeden Einzelnen. Dann wurde es turbulent; wenn es so etwas gibt, dann war es,,geordnet turbulent&#8220;, denn die ganze Gemeinde redete durcheinander, und zwar hatte ich das Gef\u00fchl, dass in jeder Sprache der Welt geredet wurde, und noch anderen. Die Br\u00fcder und Schwestern str\u00f6mten auf die Stra\u00dfe vor Omar Schelumiels Haus und predigten das Evangelium von Jesus Christus, ein jeder in der Sprache, die ihm vom Heiligen Geist eingegeben wurde. Das enorme Brausen war auch von den Nachbarn und Passanten nicht unbemerkt geblieben, Menschenmengen str\u00f6mten herbei. Die Menschen waren \u00fcber alle Ma\u00dfen erstaunt, verwundert, fast schon entsetzt. Ich habe es noch in den Ohren, wie einer fragend rief: \u201eSeit ihr nicht alle aus Gallil\u00e4a? Warum h\u00f6ren wir euch dann jeder in unserer eigenen Sprache, wo wir doch aus den verschiedensten L\u00e4ndern und Regionen kommen\u2026..von der S\u00fcdk\u00fcste des kaspischen Meeres, aus Medien, Elam, Mesopotamien, Jud\u00e4a und Kapadozien, Pontus und Asien, \u00c4gypten und Libyen, sogar aus Rom und den fernen Inseln, und wir h\u00f6ren euch alle die Taten Gottes loben und preisen\u2026was wird das blo\u00df werden?&#8220; Da waren nat\u00fcrlich auch Sp\u00f6tter, so wie immer, wenn etwas passiert, das keiner so recht zuordnen kann. Menschen tuschelten abseitsstehend, andere vorne mitlaufend und lachend gr\u00f6hlen: \u201eHaha, zu viel Wein vom S\u00fcdhang, haha, haha!&#8220; Ihr k\u00f6nnt es euch sicherlich nur ann\u00e4hernd vorstellen was da auf der Stra\u00dfe los war, ein herrliches Durcheinander von strahlenden, geistdurchtr\u00e4nkten Gesichtern und staunend, ratlosen Gesichtern.<br>Ich wei\u00df gar \u2022 nicht mehr wie lang das alles ging und wie genau nach und nach wieder Ruhe in die Menge der Menschen kam. Ich sah nur irgendwann Petrus, meinen Bruder Thomas und die anderen zehn J\u00fcnger des \u201eInneren Kreises\u201c zusammen an einem Ort stehen und h\u00f6rte wie Petrus seine tiefe, sonore Stimme erhob und eine erkl\u00e4rende Predigt, der alle Anwesenden gespannt und wiederum erstaunt verdutzt folgten. Leider habe ich nicht so ein gutes Ged\u00e4chtnis wie unser lieber Bruder Lukas, der Arzt. Ich wei\u00df aber, dass Lukas einen Bericht \u00fcber die Arbeit der Apostel an seinen Freund Theophilus geschrieben hat. Der Bericht wurde irgendwann zur ,,Apostelgeschichte\u201c benannt, und ich meine, dass Lukas dort die ganze Predigt Wort f\u00fcr Wort niedergeschrieben hat. Ich danke unserem Gott, dass er Lukas mit solche einem Erinnerungsverm\u00f6gen gesegnet hat. Es lohnt sich echt die Predigt zu lesen, falls euch dieses Buch vorliegt. Sie ist sehr informativ und Petrus hat gut erkl\u00e4rt wie sich die Prophetenworte bewahrheitet haben. Sicher war auch hier der Heilige Geist am Werke. Ich meine, Petrus war Fischer, wie h\u00e4tte dieser Kerl sonst alles so fein erkl\u00e4ren sollen? Ich erinnere mich aber noch an Verse, die der Prophet Joel einmal niedergeschrieben hat, die zitierte Petrus n\u00e4mlich auch. Die sind wie eingemei\u00dfelt. Schon gleich zu Beginn der Ereignisse gingen mir die gleichen Verse durch den Kopf: \u201e, Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich von meinem Geist ausgie\u00dfen auf alle Menschen; und eure S\u00f6hne und eure T\u00f6chter werden weissagen und eure jungen M\u00e4nner werden Visionen haben und eure \u00c4ltesten werden Tr\u00e4ume haben; und auf meine Knechte und meine M\u00e4gde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgie\u00dfen und sie werden weissagen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><br>Das war ja genau das was passiert ist. Sp\u00e4ter erfuhr ich n\u00e4mlich: viele, viele Leute, die vom Heiligen Geist durchdrungen sind haben Tr\u00e4ume und Visionen gehabt und viele geweissagt. Besonders sch\u00f6n fand ich schon damals, dass man aus den Versen heraush\u00f6ren kann, dass Gott keinen Unterschied macht zwischen M\u00e4nnern und Frauen, Alten und Jungen, Israelis und den Nationen, Juden und Heiden\u2026aber diese Erkenntnis kam nach und nach und das Umsetzen dieser Erkenntnis mussten wir auch erst lernen.<br>Ich will mit meinem Bericht \u00fcber dieses wunderbare Schawuot, meine lieben Freunde, langsam zum Ende kommen. Aber eines muss ich euch noch berichten, denn dieses Schawuot im Jahr des Todes, der Auferstehung und der Himmelfahrt unseres geliebten Erretters, dem Messias Jesus Christus war wirklich etwas ganz Besonderes. Man k\u00f6nnte fast behaupten es sei wie eine Art Tag der Geburt der Gemeinde Christi gewesen.<br>In die Menge schauend, die dem Bruder Petrus zuh\u00f6rte konnte ich neben den staunenden, den strahlenden und den zweifelnden Gesichtern auch zutiefst betroffene Menschen sehen. Die Luft war zum Schneiden als Simon Bar Jonas geendet hatte. Aus der Menschenmenge h\u00f6rte man Gemurmel und Raunen, bis ein gewisser Mann seine Stimme erhob. Man sah ihm an, dass die Predigt sein Herz getroffen hatte. Er fragte was sich wahrscheinlich viele der Anwesenden fragten, n\u00e4mlich was er und die Leute denn blo\u00df tun sollten. Diejenigen, die jetzt begriffen hatten, dass der Jesus den sie gekreuzigt hatten, der von den Toten auferstanden, zum Himmel aufgefahren und nur zur Rechten Gottes sitzend ist, ihr verhei\u00dfener Erl\u00f6ser war. Tr\u00e4nen sah man \u00fcber sein Gesicht laufen als w\u00fcrde seine Schuld herausbrechen. Petrus&#8216; Antwort war schlicht und pr\u00e4gte sich den Anwesenden so sehr ein, dass auch ich mir die Zeit nehmen will um die Worte dicker zu schreiben: \u201eTut Bu\u00dfe, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesus Christus, zur Vergebung der S\u00fcnden, dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.<br>66<br>Ich sah nun viele Leute, die den Kopf sch\u00fcttelten, sich wegdrehten, ja sogar weggingen, aber noch mehr der Anwesenden fielen auf ihre Knie und schrien zu dem Gott im Himmel um Vergebung. Unter vielen Tr\u00e4nen, aber auch mit viel Freude um die erretteten Seelen wuchs die erste Gemeinde an dem Tag so sehr, dass man danach anfing sich zu den Gottesdiensten in verschiedenen H\u00e4usern zu treffen. Man sagt es seien um die 3000 Seelen gewesen, die an diesem Tag gerettet wurden. Aber auch die Anzahl derer, die t\u00e4glich zum Ruhme Jesu in den Tempel zogen um das Evangelium zu verbreiten wurde von Tag zu Tag gr\u00f6\u00dfer. Sehr viele Menschen lie\u00dfen sich noch am gleichen Tag taufen und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese Aussch\u00fcttung des Heiligen Geistes etwas in den Menschen bewirkte. Sie ver\u00e4nderten sich irgendwie positiv; sie wurden freudiger, liebender, friedvoller, geduldiger, freundlicher, g\u00fctiger, treuer, sanftm\u00fctiger, konnten sich besser beherrschen\u2026Das alles geschah nicht sofort, nicht von jetzt auf gleich, aber nach und nach sah man diese Ver\u00e4nderungen an den Menschen. Ein Bruder der zweiten Generation, ihr kennt ihn vielleicht auch, Paulus mit Namen, nannte diese Geschehnisse an den Menschen, die die Gabe des Heiligen Geistes empfingen, ganz passend: Die Frucht des Heiligen Geistes. Ach wie herrlich, ich gerate wieder und wieder ins Schw\u00e4rmen, wenn ich an mir selbst bemerke wie der Geist Gottes mich leitet, wie er in mir wirkt und webt, mich an Jesus und seine Worte erinnert.<br>So ist es kein Wunder, dass die neue Gemeinde Christi sich oft, eigentlich t\u00e4glich zum Gebet und Anbetung traf, alles teilte und mit Freude und jubelndem Herzen auch den Bed\u00fcrftigen abgab. Es war einfach \u00fcberschwingende, \u00fcberflie\u00dfende Liebe am Werk, die Liebe mit der auch Jesus seinen Mitmenschen begegnete; selbstlos und aufrichtig, nicht eifernd, sich selber nicht zu wichtig nehmend, unverbittert, rein, aufopfernd. An Jesus selber in seiner Wesensart heranzukommen sehe ich als nicht m\u00f6glich an, wir sind ja doch noch in unserem alten, s\u00fcndigen Leib gefangen, Er aber war s\u00fcndlos. Ich sehe aber an vielen Geschwistern und auch an mir, wie sie sich strecken und recken um so zu werden wie Jesus, mit gro\u00dfem Eifer und Entschlossenheit.<br>Ach meine Lieben, ich w\u00fcrde ja noch weitererz\u00e4hlen und schreiben um euch noch mehr zu versuchen mit meiner Euphorie anzustecken, aber ihr w\u00fcnschtet ja nur eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse und so schau ich auch auf mein fast leeres Tintenf\u00e4sschen und befehle euch dem Segen unseres dreieinigen Gottes an. M\u00f6get ihr, auch wenn es turbulent zugeht, auch wenn die Welt schier Kopf stehen mag, dem guten Geist Gottes, dem Geist der Wahrheit in euch, Raum geben, die ihr doch an den Namen Jesus Christus glaubt. Und wenn in eurer Mitte tats\u00e4chlich noch jemand sitzen sollte, der das Wirken des Heiligen Geistes in sich nicht versp\u00fcrt, den lade ich herzlich ein die Gnade Jesu, die Vergebung der S\u00fcnden durch sein Blut anzunehmen und ein Leben mit Jesus durch den Heiligen Geist in sich selber zu f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke ich verspreche nicht zu viel wenn ich sage: Jesus? Lohnt sich!<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schawuot 1 n.d. Himmelfahrt Christi Ich erwachte aus einem leichten, unruhigen Schlaf. Ein nicht einzuordnendes Gef\u00fchl war noch in mir, etwas zwischen Vorahnung und einem \u201egeh\u00f6rten Fl\u00fcstern: \u201cNicht mehr fern, der erste Strahl der Sonne, bald schon besiegt ist die Nacht. 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