Komma ran hier!!!
Shalom meine lieben Freunde.
Ich bin es mal wieder, Harif, Ihr wisst schon, Kelita mit Spitznamen.
Ich habe Euch damals einen Brief mit den Begebenheiten von Schawuot nach der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus, dem Messias geschrieben. Das ist nun aber schon viele Neumonde her.
Ich schreibe Euch heute – in der frohen Hoffnung der Brief möge Euch zum rechten Zeitpunkt erreichen – aus einem Städtchen namens Mumba- Aai.
Das liegt im entfernten Gebiet der Könige des Ostens. Man nennt das Land hier in der hebräischen Sprache „Hodu“. Ich wusste nicht, dass es so weit entfernt von zuhause, so liebliche Flecken und Orte gibt auf Gottes Schöpfung. So bunt, so laut, so fröhlich.
Wobei die Fröhlichkeit oft recht aufgesetzt erscheint, dieses aber mit vollem Enthusiasmus.
Was ich hier mache? Gute Frage, aber leicht beantwortet: Kurz nach den Begebenheiten von damals, als unser Herr Jesus in den Himmel fuhr, nur wenige Mondläufe später, hatte mein lieber Zwillingsbruder Thomas einen Traum.
Um genauer zu sein: Eine Begegnung mit dem Auferstandenen im Traum. Ich habe den Traum ja nicht selber erlebt, aber so wie Thomas mir und der versammelten Gemeinde ihn wiedergegeben hat, muss es wirklich sehr eindrücklich gewesen sein:
Aus einem gleißenden Licht kamen zwei Hände hervor, mit den Kreuzesmalen unseres Herrn, genauso wie Er Thomas seinerzeit seine Hände zeigte als Er in unsere Mitte trat. Danach wurden auch sein Körper und sein Gesicht sichtbar, beides erleuchtet von Freude und Liebe.
Neben Jesus kam langsam eine zweite Person zum Vorschein, die wohl sehr fremdartig aussah. Gekleidet war der Mann mit Gewändern aus orangenem und rosafarbenem Stoff, auf dem Kopf einen Turban von verschiedensten Farben. Er war sicher einen Kopf kleiner als Jesus, hatte eine Hautfarbe wie Kirschholz oder Zedernholz und mitten auf seiner Stirn, zwischen den Augen, prangte ein roter Fleck.
Dieser Fleck allerdings veränderte sich in dem kurzen Augenblick den Thomas ihn im Traum betrachten konnte in etwas wie ein Symbol, wie das Kreuz an dem Jesus litt. Dieser Mann schaute unverwandt hin zu Jesus und sang in einer Sprache, die Thomas nicht kennt, ein Lied; aber Jesus gab es Thomas in sein Herz zu verstehen. So konnte er einige Zeilen von dem Lied, das der fremdartige Mann scheinbar zum Lobpreis Jesu vorbrachte, mitfühlen:
„Da sind Ungläubige – Ich entschied mich für den wahren Glauben.
Ich war hungrig-jetzt wurde ich gesättigt. Manchmal sind wir traurig – aber in Ihm ist Freude Jesus ist nicht weit – Er ist genau neben dir und mir.
Ich habe Jesus, ja, ich habe Jesus, Ich habe Jesus Christus im Herzen. Ich habe Jesus, ja, ich habe Jesus, in meinem Herzen, und Er hat meins!“
Thomas erinnerte sich, wie ihm im Traum die Tränen liefen und er wollte unserem Herm vor Freude zurufen, doch sein Mund war wie verschlossen. Stattdessen erhob Jesus selber seine Stimme und schaute Thomas mit durchdringender Liebe an, die klaren Augen nicht abwendend. Er erhob seine Stimme, die genau so klang wie Thomas sie kannte. Voller Mitgefühl, von zart in den Ohren schmelzender Intonation, aber doch erhabener, königlicher, mit der Autorität eines Herrschers. Er sprach: „Thomas, mein geliebtes Kind, ich bin immer nah, niemals fern…“ Während Jesus sprach tat sich hinter dem fremden Mann eine Dunkelheit, die versuchte durch das Licht von Jesu Herrlichkeit an den Mann heranzukommen, schaffte es aber nicht. Der Mann hielt auch seine Augen beständig auf Jesus gerichtet.,,Dieses hier ist mein treuer Knecht Mehuman, denn er ist sehr vertrauenswürdig. Ich liebe ihn, so wie ich dich liebe, und er liebt mich. Nimm nun deinen Bruder, den jüngeren, deine Freunde die bei dir sind, und deinen Glauben, ziehe hin in das fremde Land, das ich dir zeigen werde. Dorthin wohin ich auch einst das Geschlecht dieses Mannes gesendet habe, denn sie gehören mir. Und ich habe dich, Thomas, erwählt, Mehuman und seine Brüder zu stärken, denn ich bin ihm erschienen und er hat mich liebgewonnen. So ziehe nun hin und bummele nicht, ich habe zu dir gesprochen!“
Niemand der dieses hörte wie Jesus selbst im Traum zu Thomas geredet hatte zweifelte daran, dass Thomas berufen war nach Hodu zu reisen um unseren neuen Bruder in Jesus dort zu suchen. Da wir aber damals noch nicht so richtig ahnen konnten wie lang und weit und beschwerlich der Weg wirklich sein würde, und vor allem wie groß Hodu ist, waren wir frohen Mutes und die Gemeinde und Petrus legten Thomas und mir und unseren Freunden und Brüdern Ataja und Hemdan die Hände auf, und sie sendeten uns aus in die fremden Länder, in der Gewissheit, dass der Heilige Geist uns auf unserem Weg leiten würde.
Ich könnte Euch vielerlei Begebenheiten berichten, die wir auf unserer langen und beschwerlichen Reise durch Parthien und Persien, oft an Wasserläufen und reißenden Strömen, oft an kargen Vorgebirgshügeln wandernd, oft hungernd und frierend, dann wieder dürstend und in der Hitze vergehend, erlebt haben. Aber das ist gar nicht der Grund warum ich euch heute schreibe. Aber vielleicht ergibt sich diese Gelegenheit auch noch einmal mehr davon zu berichten.
Ich will ich heute vielmehr von Gedanken erzählen, die mir der Heilige Geist Gottes eingab als wir wie heute, in unseren Zelten unter den laubreichen Bäumen am Meer saßen. Wir hatten dieses Lager erwählt, weil es uns sinnvoll erschien der mittäglichen Hitze entfliehen und in der kühlenden Meeresbrise Zuflucht suchen zu können, wenn denn der Wind von Westen und nicht von Ost stand.
Vom Euphrat Delta sind wir mit einem Handelsschiff gereist, dessen Kapitän uns versicherte nicht viele Häfen anzusteuern bevor er den Hafen von Mumba-Aai erreichen wollte und bat uns sogar freie Fahrt an für den Fall, dass wir ihm und seiner kärglichen Besatzung in den Häfen beim Be- und Entladen der Fracht helfen würden. Darauf ließen wir uns natürlich sehr gerne ein, denn zwar mangelte uns auch auf dieser Reise an nichts, aber die Überfahrt hätten wir uns wahrscheinlich nur schwer leisten können. Als wir nun nach fünf zähen Monaten im gewünschten Hafen ankamen (denn motiviert von neuen Arbeitskräften ließ es der Schiffsführer nicht aus doch mehr Häfen als geplant anzulaufen um mehr Geschäfte machen zu können) war uns als würden wir eine ganz neue Welt betreten. Alles war bunt, alles roch noch anders als zuvor in Persien. Die Menschen sahen für uns noch gewöhnungsbedürftiger aus. Die Tiere, die die Hodus auch als Transportmittel nutzen sahen für uns noch gewaltiger aus als Kamele und heißen wohl Elefanten. Die Tempel, in denen die Einwohner dieses Landes ihre sogenannten Götter verehren, sehen noch reicher verziert aus als in anderen Städten und Ländern auf unserer Reise. Sie finden sich tatsächlich einem Übermaß an jeder Straßenecke; auch gibt es ganze Tempelbereiche, wo verschiedenste Gottesbilder, denn sie haben scheinbar tausende von diesen Götzen, verehrt und angebetet werden. Überall werfen sich die Menschen nieder, mal dort vor dem Tempel, dann wieder vor jenem Schrein. Auch vor einer auf dem Weg liegenden Kuh und einer früchteklauenden fetten Ratte sah ich die Leute sich zu Boden werfen. Es war zum einen kurios, zum anderen aber auch beängstigend. Wir beten täglich inständig zu Jesus, dass Er auch diesen Menschen sein Licht und die seine Wahrheit offenbaren möge, und dass Er uns dafür benutzen wolle, wo es möglich ist.
Von dem Markt wollte ich Euch erzählen, entschuldigt, dass ich bei all diesen Eindrücken die ich in mir trage,~~ dazu neige etwas abzuschweifen.
Wenn ich recht bedenke unterscheidet sich der Markt hier gar nicht so sehr von den Märkten, die wir und Ihr so kennen. Es gibt alles was man sich vorstellen kann: Güter wie Töpfe, Tuch, Gemüse, Brot, Milch, eine Art gegorenen Saft (ich will es lieber nicht Wein nennen), auch Fleisch und vielerlei verschiedene Fische, Gewürze fast an jedem einzelnen Stand und natürlich auch kleine handgeschnitzte Götzenbilder. Das ganze Sortiment ist unsäglich bunt, die Süßigkeiten unsäglich süß, die Gewürze verbreiten einen unsäglichen Duft und die Verkäufer sind unsäglich laut, wenn sie gegeneinander wetteifern um Käufer an ihre Marktstände zu ziehen. Alles erinnert mich ein wenig an das Treiben auf dem Xystos Markt in Jerusalem am Tag vor dem Schabbat. Ich weiß nicht genau was es wohl war, vielleicht die so gänzlich fremdartig andere Sprache, mit der man uns versuchte alle möglichen Waren aufzuschwatzen. Wir waren den Angebotssalven der Verkäufer einfach hilflos ausgeliefert und mussten uns mit Händen und Füßen verständlich machen um nicht an jeden Stand herangezerrt zu werden. Und wenn es uns mal gelang mit den Händen zu verwehren zeigten uns dann die Händler mit ihren Füßen was sie davon hielten, dass wir nicht bei ihnen kaufen wollten. Ich sah auf jeden Fall in vielen Augen der Händler, wenn sie auch noch so laut schrien und feilboten, eine tiefgründige Traurigkeit und Hilflosigkeit. Ein tiefes Gefühl der Betroffenheit machte sich in mir breit. Da wurde ich von dem Heiligen Geist unseres allgegenwärtigen Gottes an eine Schriftstelle aus der Schriftrolle des Propheten Jesaja erinnert, und DAS ist nun auch der Grund warum ich Euch heute diese Zeilen schreibe, denn mir kamen auch zugleich Worte unseres Herrn Jesus wieder in den Sinn, die er mal zu uns sagte. Da ist ein großer Drang in mir Euch kurz zu berichten wie meine Gedanken in meinem Herz arbeiten: Recht weit hinten in der Schriftrolle des Propheten Jesaja (1) erhebt JHWH seine Stimme um seinem Volk zuzurufen; und ich sehe förmlich Jesu Gesicht auf dem Körper eines dieser Händler vom Markt, der mit seiner sanften Stimme laut und klar ruft: „Auf ihr Durstigen, alle, kommt zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!“ An dieser Stelle war mir als würde der eigentliche Händler gierig auf mein Geldbeutelchen, den ich um den Hals gebunden an der Brust trage, schielen. Aber dann höre ich doch wieder Jesu Stimme, die da ruft wie mit der Stimme eines Engels: „Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Verdienst für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, und esst das Gute und eure Seele labe sich am Fetten!“ Gedanklich gehen mir weitere Schriftrollen auf, und ich hoffe von Herzen, dass sich einer der Brüder die Arbeit mach tatsächlich Schriftrollen von dem Leben und den Worten unseres Herrn Jesus zu erstellen, damit seine tiefgründigen und Erlösung bringende Worte nicht verloren gehen. Eine Schriftrolle geht auf und ich sehe Jesus mit dieser von Schuld und Scham geplagten Samariterin, dort am Jakobsbrunnen stehen als er sagte: „Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, dass ich ihm gebe, den wird nicht dürsten in Ewigkeit, sondem das Wasser, dass ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle lebendigen Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.“ (2)
Spricht das nicht auch in das Leben dieser Händler hinein, die zwar ihre Ware feilbieten, aber nichts davon einen Wert für die Ewigkeit hat? Wasser verdunstet doch sogar ungenutzt, wenn wir es nicht trinken oder zum Waschen nutzen. Und wenn das Wasser von Jesus, so wie Er erklärt hat, für seinen Heiligen Geist steht, der uns jederzeit und unabhängig von Situation und Umgebung erfrischen und erquicken will, dann brauchen doch auch alle hier in Hodu davon, oder? Mir kommt gerade dieser eine Fischhändler in den Sinn, der mit einem Korb in der Hand und laut schreiend immer mehr verschiedenste Fische in diesen Korb warf und dabei die Vorbeigehenden fragend, ja, bittend anschaute als würde er ein total gutes Angebot machen. Ich gehe davon aus, dass er das auch tat. Doch leider weiß er noch nichts von dem allerbesten Angebot, welches der lebendige Gott selber macht, indem Er durch den Propheten Jesaja drei Mal dringlich rufen lässt: „komm!“ Komm, auch ohne Geld, dein Ansehen ist nicht wichtig, es ist wichtig, dass du zu mir, deinem Gott zurückkehrst. Und bietet Gott da nicht selbst das zur Labe der Seele an, welches im Opferritus des alten Bundes unter dem Gesetz Mose nur Ihm selber zustand, nämlich dem Fetten des Opfertieres (3)? Welch Großzügigkeit! Ihm ist nichts zu wertvoll, als dass Er es uns nicht geben wollte, wenn wir zu Ihm kommen. Das lässt mir die Tränen aufsteigen, denn da geht vor meinem inneren Auge eine weitere Schriftrolle auf, die noch nicht geschrieben ist und ich sehe Jesus am Ufer des Sees von Galiläa, nahe bei der Stadt Kapernaum wo Er zu den Menschen sprach, die Ihm nach dieser wundersamen Brotvermehrung zu Tiberias nachliefen und immer mehr Wunder verlangten. Sie begriffen noch nicht, was Jesus ihnen mit der Speisung der Vielen zeigen wollte. Sprach Er nicht: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern.“ (4)?
Und Er erklärte sogar, dass Er das wahrhaftige Brot des Lebens sei, nicht wie das Manna vom Himmel, das doch trotz Verzehr den Tod nach sich führte, sondern, dass es eine Sache des Glaubens sei, wenn man die geistige Nahrung, Jesu bzw. Gottes Worte, in sich aufnimmt und auf sie vertraut, man auch ewiges Leben haben wird. Zusammen mit Ihm selbst in der Herrlichkeit Gottes, einem Ort wo Hunger und Durst, die uns auf der Welt plagen mögen, keinerlei Rolle mehr spielen werden. In Gottes Gegenwart werden wir alles zur Genüge und im Überfluss haben dürfen. Hallelujal Ich weiß nicht, ob Ihr meinen Gedanken folgen konntet, ich will einfach nur sagen, dass wir oft Dingen nachrennen, die doch nur vergänglich sind und wir unsere Herzen an Situationen, Gegenstände und Erlebnisse hängen, die nur den Moment erfreuen können. Diese Freude ist doch meist nach kurzer Zeit vergangen, verpufft wie ein Wassertropfen in der Sonne. Nur die Freude mit und an Gott ist von Dauer, denn sie ist ewig.
Wie ich nun hier am Eingang des Zeltes sitze, das Thomas und ich zusammen bewohnen und mir die kühlerwerdende Abendbrise um das Gewand wehen lasse, genieße ich ein Glas von diesem aromatischen Gewürztees vom Markt. Ich schau in Richtung Sonnenuntergang, staune wie die feurig rote Sonnenscheibe im Meer versinkt. Wenn wir abends am Ufer des Meeres im Westen Israels saßen sahen wir solche Sonnenuntergänge auch und bewunderten Gottes großartige Schöpfung. Er lässt es Tag und Nacht werden, immer wieder neu, ganz nach seinem Wohlgefallen. Und wenn ich bedenke, dass wir jetzt schon Monate unterwegs sind und uns stetig nach Osten bewegt haben kommt es mir aber nicht so vor, als wäre das Geschehen des Sonnenuntergangs weiter entfernt als an den Ufern Israels. Nur die Menschen hier sind andere. Wenn ich jetzt noch bedenke, wer uns eigentlich hier an diesen Flecken der Welt gebracht hat, nämlich Jesus selber, dann rattert es wieder in meinem Kopf, wie in einem alten Mühl Turm wo Korn zu feinstem Mehl gemahlen wird. Wieder kommt mir ein Vers des Propheten Jesaja in den Sinn, welcher gleich nach dem, schon oben aufgeführten Versen, steht. Es wird dort vom Messias, also Jesus, gesprochen:,,Siehe, ich habe ihn zu einem Zeugen für Völkerschaften gesetzt, zum Fürsten und Gebieter von Völkerschaften. Siehe, du wirst eine Nation herbeirufen, die du nicht kennst, und eine Nation, die dich nicht kannte, wird zu dir laufen wegen JHWH, deines Gottes und wegen des Heiligen Israels. Denn er hat dich herrlich gemacht.“ (*5).
Es lohnt sich wirklich mal den ganzen Absatz zu lesen, falls Ihr die Schriftrolle mal in die Hand bekommen solltet. Jetzt sitzen wir hier in einem Land, das wir nicht kennen und deren Sprache wir nicht im Ansatz verstehen. In meinen Augen ist es so wie der Prophet im Namen Gottes geschrieben hat. Und wenn ich mir die Götzentempel und den Hunger in den Augen der Menschen hier sehe, bin ich mir auch sicher, dass sie unserem Gott, der in Jesus Mensch wurde und denen die an ihn glauben ewiges Leben verspricht, nicht gleichgültig sind.
Am Vormittag trafen wir auf dem Markt auch einen griechischen Händler, der zuvor auch eine Weile im Land Israel lebte. Wir waren echt froh wenigstens einen Menschen zu treffen, mit dem wir uns verständigen konnten. Wir kamen im Gespräch natürlich auf den Grund unserer Reise zu sprechen und wir erzählten Gajus, denn so heißt der Mann, von den Auftrag den wir von Jesus erhalten haben, nämlich das Evangelium, die gute Nachricht der ewigen Erlösung auch nach Hodu zu bringen. Und wisst ihr, was Gajus uns erzählte? Die Menschen hier in Hodu glauben daran, dass sie nach ihrem Tode in einer anderen Gestalt, sei es Mensch oder Tier oder Stein, wiedergeboren würden. Nun versuchen sie in diesem Erdenleben durch gute Werke, Opfer an die Götter und das mannigfaltige rezitieren von Gebetstafeln diesem Kreislauf des ewigen Wiedergeborenwerdens zu entkommen. Wenn ihr sogenanntes Karma gut genug sei könnten sie sogar das ewige Nichts erreichen, was noch über den Bereichen der Götter liegt. Soweit ich das verstanden habe ist das aber wohl sowieso nur für die bessergestellten der Gesellschaft möglich. Verschiedene andere Gesellschaftsschichten ist es wohl gar nicht möglich die Gunst der Götter zu erlangen. Wie auch immer dem sei, ich finde es so traurig, dass die Menschen hier den lebendigen und wahrhaftigen Gott noch nicht kennen. Aber ich sehe es so, dass Jesus dem Mann Mehuman aus dieser Nation begegnet ist und Er uns nun in dieses Land gesendet hat um Mehuman zu helfen das Evangelium zu verbreiten, denn es scheint doch so als mache Gott keinen Unterschied mehr zwischen seinem Volk Israel und den Heidenvölkern der Nationen. Er möchte wohl, dass viele Menschen durch das Opfer seines Sohnes Jesus errettet werden. Irgendwie verständlich, da sich Gott doch jeden einzelnen Menschen erdacht und ihn geschaffen hat, dass er seine Schöpfung erhalten möchte. Eines nur macht mir Sorgen: Gajus, der Händler erzählte davon, dass wohl ganz im Süden des riesigen Landes Hodu eine Region sei um die Stadt Mandarajya, (was soviel wie „Stadt der Einfältigen“ heißt ), wo nach der Babylonischen Gefangenschaft ein kleiner Teil des Stammes Manasse hingezogen sei, statt in das Land Israel zurückzukehren. Gajus meint, dass Mehuman vielleicht dort zu finden sei, und dass die Reise dorthin aber durchaus beschwerlich und zeitfordernd sein dürfte. Betet, meine Freunde, die Ihr diese Zeilen hört und lest, dass es uns vor der bevorstehenden Wiederkunft Jesu gelingen möge an unser Ziel zu kommen um unseren Auftrag dort und auf der Reise dorthin zu vollenden.
Eine gute Nachricht kann ich Euch aber schon heute übermitteln, direkt hier aus Mumba-Aai, denn als wir Gajus die errettende Botschaft von Jesu Blut zur Tilgung der Sünden erzählten, nahm er das Wort sogleich bereitwillig an und wir konnten ihn auch unverzüglich taufen im Namen Jesus Christus, des himmlischen Vaters und des Heiligen Geistes! Er hat sich sogar bereit erklärt sich unserer Reisegruppe anzuschließen, was uns sicherlich zu einem großen Segen werden wird auf dem Weg, denn Gajus spricht sogar ein wenig dieser komplizierten Sprache, die wohl Sanskrit heißt und die man hier zu sprechen pflegt. Diese Bekehrung und dieser Mann sind ganz klar ein Geschenk unseres gnädigen Gottes!
Wenn wir nicht den klaren Auftrag hätten Mehuman zu suchen, würden wir sicher ein wenig verweilen um selber der Sprache etwas mächtig zu werden und den verlorenen Seelen auch hier von dem größten Sonderangebot aller Zeiten zu erzählen; nämlich von dem Sonderangebot, das uns Gott durch das Opfer seines geliebten Sohnes gemacht hat. Aus reiner Gnade dürfen wir errettet werden, wir können und brauchen nichts hinzutun, wir brauchen nichts zu zahlen, denn Er hat alles gegeben und bezahlt am Kreuz von Golgatha! Welch ein Angebot, das wir nur annehmen müssen, wie ein Geschenk zum Purimfest! Ich werde über dieses Thema auf unserer Reise sicher noch lange Zeit nachdenken und vielleicht haben die Zeilen die ich Euch heute geschrieben habe auch ein wenig dazu bewegt jetzt kurz innezuhalten und über dieses einmalige Sonderangebot Gottes nachzudenken und zu diskutieren!
Wenn es die Zeit zulässt und ich Wegeboten für meine Zeilen finden sollte werde ich Euch mehr von unseren Reisen aus dem fernen Land Hodu berichten. Betet für uns!
Herzliche Grüße und Gott befohlen,
Euer Harif!
(1: Jesaja 55, 1+2)
(2: Johannes 4, 13+14)
(3: Leviticus 1,8; 3,3; 4,31; 7,3 →7,22-25) (
4: Johannes 4, 35)
(*5: Jesaja 55, 4+5)