Schawuot 1 n.d. Himmelfahrt Christi
Ich erwachte aus einem leichten, unruhigen Schlaf. Ein nicht einzuordnendes Gefühl war noch in mir, etwas zwischen Vorahnung und einem „gehörten Flüstern: “Nicht mehr fern, der erste Strahl der Sonne, bald schon besiegt ist die Nacht. Der Geist des Heiligen schwebt in der Welt; durch einen feinen Schleier absoluter Ruhe, jenseits von Sehen, Hören und Schmecken gibt er eine Ahnung des völlig Anderen, des unfassbar Unbegreiflichen.“
Obwohl wir seit einigen Wochen hier im Obergemacht lebten und schliefen, dort wo auch unser Herr Jesus Christus mit uns das Passah feierte, hatten wir uns noch nicht so recht an die morgendliche Unruhe in den Gassen Jerusalems gewöhnt, aber an diesem Tag war es doch noch einmal anders. An Schlaf, an richtigen Schlaf, war sowieso seit Wochen nicht mehr zu denken. Es war Schawuot, das sogenannte Wochenfest, 50 Tage nach dem großen Sabbat nach Passah. Es ist eines der drei großen Wallfahrtsfeste der Juden, zu denen auch ich gehöre, an dem jeder männliche Jude verpflichtet war zum Tempel nach Jerusalem zu pilgern. Nachdem die Menschenmengen nach Passah gerade die Stadt zum Großteil wieder verlassen hatten strömten sie nun schon seit Tagen wieder in die Stadt.
Mein Name ist übrigens Kelita. Nein, eigentlich heiße ich Harif, aber alle nennen mich Kelita. Harif bedeutet,,Frühgeborener“- dabei bin ich angeblich nur drei Wehen vor meinem jüngeren Zwillingsbruder Thomas geboren, aber so recht weiß das keiner, weil eigentlich weiß auch keiner so genau… ach lassen wir das, es tut nichts zur Sache. Mein Bruder also nannte mich seit wir als Kinder einmal nebeneinander an einem Berghang standen, er auf einem Stein und ich hangabwärts von ihm, „Zwerg“, also: Kelita, obwohl ich eigentlich fast einen ganzen Fingerbreit größer bin als er. Thomas ist sonst eher zurückhaltend, manchmal schüchtern, fast verzagend, während Freunde behaupten ich selbst sei eher kühn.
Thomas jedoch wurde vor etwas mehr als drei Jahren in den „inneren Kreis“ der Jünger des Wanderpredigers Jesus von Nazareth berufen, ich hingegen zog zwar auch immer mit ihnen mit, blieb aber immer im Hintergrund. Jesus ist aber auch eigentlich der von dem ich euch erzählen möchte, nicht von mir oder Thomas. Vielmehr möchte ich euch mit meinen Worten wiedergeben was nach der Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn Jesus passierte. Das kann ich natürlich nur im Ansatz, denn vieles von dem Erlebten kann ein Mensch gar nicht in Worte fassen. Ich wünschte ihr wäret seinerzeit hier bei uns gewesen, es war so unaussprechlich fantastisch! Wenn ich es nicht selber erlebt hätte könnte ich es auch nicht glauben.
Himmelfahrt? Was ich damit meine?
Nein, keine Kamikazeaktion der Zeloten [*Zeloten wollten die römische Herrschaft mit Gewalt beseitigen. Simon, einer der Jünger wurde „Zelot“ genannt] unter uns Jüngern. Jesus hatte es uns alles anhand der Thora, dem Gesetzbuch der Juden, erklärt: Er würde für eine Weile zurück zu seinem Vater im Himmel gehen um uns eine Stätte vorzubereiten, damit wir, die wir an ihn als den verheißenen Messias, den Erlöser, glauben, auch zu ihm kommen könnten. Und als wir 40 Tage nach der Wiederauferstehung Jesu mit ihm auf dem Ölberg waren sprach er davon uns einen anderen Sachwalter zu senden, der ewig mit uns sein würde, den Heiligen Geist Gottes. Er ermahnte uns zudem in alle Welt zu gehen – hat man denn sowas schon gehört, in alle Welt…-, um sein Evangelium der Errettung aus Gnade zu verkünden. Dann wurde er auf wundersame Weise vor unseren Augen von etwas wie Wolken fortgenommen, weggetragen. Damals wussten wir dann aber endlich was zu tun war, denn nach der Kreuzigung und dem Tode Jesu waren wir ein wenig wie Schafe ohne Hirten, alle irrten herum, waren ängstlich und unentschlossen.
Wir gingen nun zurück in die Stadt Jerusalem und blieben dort, wie Jesus es uns aufgetragen hatte und warteten darauf von der Kraft aus der Höhe angetan zu werden, was auch immer das bedeuten konnte. Wann das sein sollte wusste natürlich keiner so genau. Das war vielleicht auch ein Grund dafür warum viele von uns nicht so recht schlafen konnten, keiner wollte diesen Augenblick verschlafen.
Es war also der erste Tag der Woche als ich morgens aus dem unruhigen Schlaf erwachte. Sieben Wochen und sieben Sabbate nach Passah. Eine kühle Brise zog durch das Obergemach, gefolgt von den leckeren Gerüchen aus den Bäckereien in den Gassen. Schon die ganzen letzten Tage schienen die Bäcker der Stadt nur noch eines zu backen, nämlich Käseküchlein! Das sind mit Honig gewürzte, handtellergroße, auf einem Boden aus Feinmehl gebackene Küchlein aus einem Milchprodukt, das wir hier in Israel einfach „Quark“ nennen. Manche tun auch etwas Orangenabrieb oder gar Rosinen hinein, aber das dürfte in euren Augen abwegig sein wie ich mir denken kann. Ihr müsst wissen: Schawuot wird auch ,,Matan Tora“, das Fest zur Gabe der Thora, also der Gesetzestafeln, genannt, weil einige Schriftkenner wissen wollen, dass an diesem Tag Mose die Gesetzestafeln auf dem Berg Sinai aus den Händen Gottes selber erhielt. Unter den Juden heißt es eben auch, dass das Gesetz sei wie Milch und Honig, deswegen die Küchlein. Ich dachte immer Gott hätte gesagt, dass das Land Israel selber sei wie ein Land in dem Milch und Honig fließt…..verwirrend. Ja, und weil wir Juden nicht Juden wären, wenn wir nicht für alles ein zusätzliches Gebot erstellen würden so gibt es auch für Schawuot beziehungsweise Matan Tora dieses, allerdings ungeschriebene und eher lustig gemeinte, Gebot, dass jeder Israeli, sei er jung oder alt, mindestens 5 Käseküchlein essen muss. Fünf ist die Zahl die die Gnade Gottes symbolisiert. Eine weitere Besonderheit konnte man schon einigen Tagen vermehrt in den Gassen Jerusalems sehen: Die Leute schmückten ihre Häuserfronten, besonders die der Synagogen, mit Blumen und Laub. Zum einen ist das ein Zeichen des Dankes an Gott für die Ernte, denn Schawuot ist Schawuot ja ein Erntefest. Zum anderen stehen Blumen und Laub für die Tatsache, dass wir in der Thora den „Baum des Lebens“ sehen.
Jesus, um mal wieder auf das wunderbare Thema zurückzukommen
weswegen ich euch das alles erzähle, sagte ja, dass wir in der Stadt sollten bis wir den Heiligen Geist, den Geist Gottes oder wie andere auch sagen: den ewigen Geist, empfangen hätten. Ich war damals etwas verwundert, denn ich war ja auch dabei als Jesus der auferstandene Herr uns das erste Mal im Obergemach erschien. Damals hauchte er uns an und sprach zu uns: “Empfangt den Heiligen Geist.“ Das war als würde ein lauer Frühlingswind durch den Raum streifen, ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper. Es roch nach Aloe und Myrrhe mit einer leichten Zimtnote, auf der anderen Seite war es frisch und klar und irgendwie…mysteriös übernatürlich. Ich, und auch die 50-60 anderen anwesenden Jünger berichteten es, fühlte mich so wach………, so…aufnahmebereit, als habe mir etwas die Sinne geschärft; alle Müdigkeit, auch alle Angst und aller Zweifel war verflogen. Wegen dieses Erlebnisses fragte ich mich eben auf was für einen Geist wir wohl noch warten sollten, wenn doch Jesus uns schon den Heiligen Geist eingehaucht hatte. Ganz und gar verstehe ich es auch heute noch nicht, aber es wäre auch alles wenig göttlich, wenn ich einfacher Schreiberling Gottes Werke verstehen könnte. Aber nach und nach bekam ich über die Jahre noch einige Mosaiksteine zu dem verschwommenen Bild hinzu.
Als ich nun aus meinem unruhigen Schlaf an dem 1. Schawuot nach Christi Himmelfahrt dort in dem Obergemach erwachte hatte ich das Gefühl, die Vorahnung, dass irgendetwas an diesem Schawuot geschehen könnte. Das Obergemach, das uns Omar Schelumiel, den alle nur „der Redselige“ nannten (denn hier war der Name Programm), freundlicherweise seit dem Passahfest zur Verfügung stellte, war von der Nachtruhe her schon gut mit Menschen, mit etwa 40 Jüngern gefüllt, welche auch nach und nach erwachten und neugierig ihre Köpfe unter ihren Mänteln hervorstreckten. Es schien mir fast als wäre ich nicht der einzige an diesem Morgen mit einer gewissen Vorahnung. Was Omar und seine Freiheit uns das Obergemach zur Verfügung zu stellen angeht kann ich nur sagen was ich so gehört habe: da war einerseits seine nicht allzu heimliche Liebe zu unserem Herrn Jesus und auch irgendein verwandtschaftliches Verhältnis zu Josef Ben Jakob, dem Ziehvater des Herrn, was eine Rolle spielte.
Ich weiß nicht wie ihr euch dieses Obergemach von Omar Schelumiel eigentlich vorstellt beziehungsweise bisher vorgestellt habt. Wahrscheinlich denkt ihr an einen mittelgroßen Raum mit einem Tisch in der Mitte und einigen Liegen drumherum. Dem war aber nicht so; Tische und Liegen wurden eigentlich nur auf Wunsch aufgestellt, also wenn notwendig. Ansonsten fanden in dem Saal, stehend oder auf dem Boden sitzend, bis zu 120 Leute Platz. Und ich kann euch sagen, bei unseren abendlichen Lobpreisungen und Thoralesungen und Gebetsversammlungen zu Ehren des Herrn Jesus, war der Raum oft übervoll. Seitdem wir uns nicht mehr versteckten trauten sich immer mehr Menschen zu uns, auch um die Jünger des Inneren Kreises“ nach Jesus und seiner Lehre zu befragen. So war ich nicht sonderlich erstaunt, dass sich an diesem ersten Tag der Woche schon um die erste Stunde des Morgens (das ist sieben Uhr nach römischer Zeitrechnung) bekannte Gesichter, leidenschaftliche Nachfolger des Herrn Jesus, zur einträchtigen Gemeinschaft zusammenfanden. Es war bekannt geworden, dass wir uns genau an dem ersten Tag der Woche zum Brechen des Brotes und Lobpreis und Anbetung zusammenfanden, an dem Tag an dem Jesus Christus von den Toten auferstand. Vielleicht kennt ihr den Tag besser unter der römischen Bezeichnung „Tag der Sonne“. Ich war so froh viele von unseren Geschwistern im Glauben zu sehen. Alle hatten diese strahlenden Augen, die Herrlichkeit unseres Schöpfers schien aus ihnen herausbrechen zu wollen. Da waren Hymenäus, Juda, Sered, Sia, Tertius, Maria-die Frau des Alphäus-, Salome, Baruch, Schefa-der Kahle, natürlich auch Lukas der Arzt, Mirjam, Maria-die Mutter des Herrn, sein Bruder Jakobus und und und und und und.
Wenn sich der Raum füllte war immer Eintracht und Freude greifbar. Jeder brachte, so wie er konnte, etwas an Speisen mit, für das gemeinsame Essen im Anschluss an den Gottesdienst, Petrus hatte mehrere Laibe frisches Brot besorgt und Johannes hatte es sich mal wieder nicht nehmen lassen den Wein in frischen Schläuchen zu besorgen-beides für das Herrenmahl. Es war ein buntes Treiben, da war der Sklave wie der Arzt, die Magd, der inkognito laufende römische Soldat mit seiner israelischen Frau, alle Rassen und Klassen miteinander, vereint unter einem Dach.
Gerade räusperte sich Petrus, der mit den anderen Jüngern des inneren Kreises an der Kopfseite des Saales Stellung bezogen hatte um nach guter jüdischer Sitte sicherlich zuerst aus dem Buch Ruth vorzulesen und die ersten Köpfe wandten sich zu ihnen, das Gemurmel versandete nach und nach….da erhob sich plötzlich ein Brausen vom Himmel, wie von einem gewaltigen Wind, drang durch die offenen Fenster in das ganze Haus des Omar Schelumiel. Dieser Wind war wirklich durchdringend und das meine ich ganz wortwörtlich. Er drang durch die Anwesenden und zwar nicht wie ein kalter, nasser Herbstwind sondern es erinnerte mich an das Anhauchen unseres Herrn Jesus, nur viel, viel intensiver, noch erfrischender. Jede Pore des Körpers fing an zu kribbeln, alles wurde warm, dann wieder frisch und wieder warm. Das musste die Erfüllung, die Taufe mit dem Heiligen Geist sein, die Jesus angekündigt hatte. Ich sah, und so muss es wohl auch bei mir selber gewesen sein, dass sich etwas wie Zungen, zerteilt wie durch Feuer, auf die versammelte Gemeinschaft niederließ, auf jeden Einzelnen. Dann wurde es turbulent; wenn es so etwas gibt, dann war es,,geordnet turbulent“, denn die ganze Gemeinde redete durcheinander, und zwar hatte ich das Gefühl, dass in jeder Sprache der Welt geredet wurde, und noch anderen. Die Brüder und Schwestern strömten auf die Straße vor Omar Schelumiels Haus und predigten das Evangelium von Jesus Christus, ein jeder in der Sprache, die ihm vom Heiligen Geist eingegeben wurde. Das enorme Brausen war auch von den Nachbarn und Passanten nicht unbemerkt geblieben, Menschenmengen strömten herbei. Die Menschen waren über alle Maßen erstaunt, verwundert, fast schon entsetzt. Ich habe es noch in den Ohren, wie einer fragend rief: „Seit ihr nicht alle aus Galliläa? Warum hören wir euch dann jeder in unserer eigenen Sprache, wo wir doch aus den verschiedensten Ländern und Regionen kommen…..von der Südküste des kaspischen Meeres, aus Medien, Elam, Mesopotamien, Judäa und Kapadozien, Pontus und Asien, Ägypten und Libyen, sogar aus Rom und den fernen Inseln, und wir hören euch alle die Taten Gottes loben und preisen…was wird das bloß werden?“ Da waren natürlich auch Spötter, so wie immer, wenn etwas passiert, das keiner so recht zuordnen kann. Menschen tuschelten abseitsstehend, andere vorne mitlaufend und lachend gröhlen: „Haha, zu viel Wein vom Südhang, haha, haha!“ Ihr könnt es euch sicherlich nur annähernd vorstellen was da auf der Straße los war, ein herrliches Durcheinander von strahlenden, geistdurchtränkten Gesichtern und staunend, ratlosen Gesichtern.
Ich weiß gar • nicht mehr wie lang das alles ging und wie genau nach und nach wieder Ruhe in die Menge der Menschen kam. Ich sah nur irgendwann Petrus, meinen Bruder Thomas und die anderen zehn Jünger des „Inneren Kreises“ zusammen an einem Ort stehen und hörte wie Petrus seine tiefe, sonore Stimme erhob und eine erklärende Predigt, der alle Anwesenden gespannt und wiederum erstaunt verdutzt folgten. Leider habe ich nicht so ein gutes Gedächtnis wie unser lieber Bruder Lukas, der Arzt. Ich weiß aber, dass Lukas einen Bericht über die Arbeit der Apostel an seinen Freund Theophilus geschrieben hat. Der Bericht wurde irgendwann zur ,,Apostelgeschichte“ benannt, und ich meine, dass Lukas dort die ganze Predigt Wort für Wort niedergeschrieben hat. Ich danke unserem Gott, dass er Lukas mit solche einem Erinnerungsvermögen gesegnet hat. Es lohnt sich echt die Predigt zu lesen, falls euch dieses Buch vorliegt. Sie ist sehr informativ und Petrus hat gut erklärt wie sich die Prophetenworte bewahrheitet haben. Sicher war auch hier der Heilige Geist am Werke. Ich meine, Petrus war Fischer, wie hätte dieser Kerl sonst alles so fein erklären sollen? Ich erinnere mich aber noch an Verse, die der Prophet Joel einmal niedergeschrieben hat, die zitierte Petrus nämlich auch. Die sind wie eingemeißelt. Schon gleich zu Beginn der Ereignisse gingen mir die gleichen Verse durch den Kopf: „, Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich von meinem Geist ausgießen auf alle Menschen; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen und eure jungen Männer werden Visionen haben und eure Ältesten werden Träume haben; und auf meine Knechte und meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen und sie werden weissagen.“
Das war ja genau das was passiert ist. Später erfuhr ich nämlich: viele, viele Leute, die vom Heiligen Geist durchdrungen sind haben Träume und Visionen gehabt und viele geweissagt. Besonders schön fand ich schon damals, dass man aus den Versen heraushören kann, dass Gott keinen Unterschied macht zwischen Männern und Frauen, Alten und Jungen, Israelis und den Nationen, Juden und Heiden…aber diese Erkenntnis kam nach und nach und das Umsetzen dieser Erkenntnis mussten wir auch erst lernen.
Ich will mit meinem Bericht über dieses wunderbare Schawuot, meine lieben Freunde, langsam zum Ende kommen. Aber eines muss ich euch noch berichten, denn dieses Schawuot im Jahr des Todes, der Auferstehung und der Himmelfahrt unseres geliebten Erretters, dem Messias Jesus Christus war wirklich etwas ganz Besonderes. Man könnte fast behaupten es sei wie eine Art Tag der Geburt der Gemeinde Christi gewesen.
In die Menge schauend, die dem Bruder Petrus zuhörte konnte ich neben den staunenden, den strahlenden und den zweifelnden Gesichtern auch zutiefst betroffene Menschen sehen. Die Luft war zum Schneiden als Simon Bar Jonas geendet hatte. Aus der Menschenmenge hörte man Gemurmel und Raunen, bis ein gewisser Mann seine Stimme erhob. Man sah ihm an, dass die Predigt sein Herz getroffen hatte. Er fragte was sich wahrscheinlich viele der Anwesenden fragten, nämlich was er und die Leute denn bloß tun sollten. Diejenigen, die jetzt begriffen hatten, dass der Jesus den sie gekreuzigt hatten, der von den Toten auferstanden, zum Himmel aufgefahren und nur zur Rechten Gottes sitzend ist, ihr verheißener Erlöser war. Tränen sah man über sein Gesicht laufen als würde seine Schuld herausbrechen. Petrus‘ Antwort war schlicht und prägte sich den Anwesenden so sehr ein, dass auch ich mir die Zeit nehmen will um die Worte dicker zu schreiben: „Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesus Christus, zur Vergebung der Sünden, dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
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Ich sah nun viele Leute, die den Kopf schüttelten, sich wegdrehten, ja sogar weggingen, aber noch mehr der Anwesenden fielen auf ihre Knie und schrien zu dem Gott im Himmel um Vergebung. Unter vielen Tränen, aber auch mit viel Freude um die erretteten Seelen wuchs die erste Gemeinde an dem Tag so sehr, dass man danach anfing sich zu den Gottesdiensten in verschiedenen Häusern zu treffen. Man sagt es seien um die 3000 Seelen gewesen, die an diesem Tag gerettet wurden. Aber auch die Anzahl derer, die täglich zum Ruhme Jesu in den Tempel zogen um das Evangelium zu verbreiten wurde von Tag zu Tag größer. Sehr viele Menschen ließen sich noch am gleichen Tag taufen und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese Ausschüttung des Heiligen Geistes etwas in den Menschen bewirkte. Sie veränderten sich irgendwie positiv; sie wurden freudiger, liebender, friedvoller, geduldiger, freundlicher, gütiger, treuer, sanftmütiger, konnten sich besser beherrschen…Das alles geschah nicht sofort, nicht von jetzt auf gleich, aber nach und nach sah man diese Veränderungen an den Menschen. Ein Bruder der zweiten Generation, ihr kennt ihn vielleicht auch, Paulus mit Namen, nannte diese Geschehnisse an den Menschen, die die Gabe des Heiligen Geistes empfingen, ganz passend: Die Frucht des Heiligen Geistes. Ach wie herrlich, ich gerate wieder und wieder ins Schwärmen, wenn ich an mir selbst bemerke wie der Geist Gottes mich leitet, wie er in mir wirkt und webt, mich an Jesus und seine Worte erinnert.
So ist es kein Wunder, dass die neue Gemeinde Christi sich oft, eigentlich täglich zum Gebet und Anbetung traf, alles teilte und mit Freude und jubelndem Herzen auch den Bedürftigen abgab. Es war einfach überschwingende, überfließende Liebe am Werk, die Liebe mit der auch Jesus seinen Mitmenschen begegnete; selbstlos und aufrichtig, nicht eifernd, sich selber nicht zu wichtig nehmend, unverbittert, rein, aufopfernd. An Jesus selber in seiner Wesensart heranzukommen sehe ich als nicht möglich an, wir sind ja doch noch in unserem alten, sündigen Leib gefangen, Er aber war sündlos. Ich sehe aber an vielen Geschwistern und auch an mir, wie sie sich strecken und recken um so zu werden wie Jesus, mit großem Eifer und Entschlossenheit.
Ach meine Lieben, ich würde ja noch weitererzählen und schreiben um euch noch mehr zu versuchen mit meiner Euphorie anzustecken, aber ihr wünschtet ja nur eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse und so schau ich auch auf mein fast leeres Tintenfässchen und befehle euch dem Segen unseres dreieinigen Gottes an. Möget ihr, auch wenn es turbulent zugeht, auch wenn die Welt schier Kopf stehen mag, dem guten Geist Gottes, dem Geist der Wahrheit in euch, Raum geben, die ihr doch an den Namen Jesus Christus glaubt. Und wenn in eurer Mitte tatsächlich noch jemand sitzen sollte, der das Wirken des Heiligen Geistes in sich nicht verspürt, den lade ich herzlich ein die Gnade Jesu, die Vergebung der Sünden durch sein Blut anzunehmen und ein Leben mit Jesus durch den Heiligen Geist in sich selber zu führen.
Ich denke ich verspreche nicht zu viel wenn ich sage: Jesus? Lohnt sich!
Amen.